Arbeit poor. Unterwegs in der Dienstleistungsgesellschaft by Barbara Ehrenreich

By Barbara Ehrenreich

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Leben in Gesellschaften: Von den Ursprüngen bis zu den alten Hochkulturen

Im Buch soll es darum gehen, ein aussagekräftiges und konsensfähiges Verständnis der "sozialen Tatsache" zu entwickeln, dass Menschen in Gesellschaften leben. Der Schlüssel zum Verständnis des Phänomens Gesellschaft liegt in der Frage nach der Herstellung von Gesellschaft. Seit wann haben Menschen Gesellschaften "gemacht"?

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Und dann brechen die Gäste herein wie ein Ungewitter. Im Handstreich sind vier meiner Tische besetzt. Eigentlich sind vier Tische kein Problem für mich, allerdings nur, so lange nicht alle gleichzeitig bestellen wollen. Als ich Tisch 27 die Getränke bringe, blicken die Tische 25, 28 und 24 schon neidisch herüber. Als ich Tisch 25 die Getränke bringe, blickt Tisch 24 schon finster, weil sie ihre Getränke noch nicht mal bestellt haben. Am Tisch 28 sitzen vier Yuppie-Typen und ordern die ganze Speisekarte und geben noch umständliche Anweisungen, wie sie den Hühnchensalat haben wollen.

Meine Befürchtung, wie eine Sozialarbeiterin zu klingen, ist unbegründet; wer so fragt, ist für Gail nichts als ein Dummkopf. « ∗ Über die Anzahl von Beschäftigten, die in Autos oder Lieferwagen wohnen, konnte ich keine statistischen Angaben finden. Aber nach dem 1997 veröffentlichten Report der National Coalition for the Homeless (»Myths and Facts about Homelessness«) geht nahezu jede fünfte Person ohne festen Wohnsitz einer Voll- oder Teilzeitarbeit nach (die Zahl wurde anhand von 29 Städten in allen Teilen der USA ermittelt).

Auch BJ. die Meckerziege genannt, deren Führungsaufgabe sich darin erschöpft, an der Küchentheke zu stehen und zu schreien »Nita, deine Bestellung ist da, hol das Zeug ab«, oder »Barbara, siehst du nicht, daß noch ein Tisch besetzt ist? « Verhaßt ist sie auch deshalb, weil sie die Schlagsahnedosen mit Spritzdüsen durch große Plastikbeutel ersetzt hat, aus denen man die Sahne mit beiden Händen rausquetschen muß. Und zwar angeblich, weil sie gesehen hat oder gesehen haben will, wie Angestellte das Treibgas der Sahnedosen zu inhalieren versuchten, weil sie es für Stickstoffoxyd, also ein Lustgas hielten.

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